Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bei einem Dienstwagen

Der geldwerte Vorteil eines Dienstwagens, der auch für Privatfahrten genutzt werden kann, ermittelt sich ohne Fahrtenbuch nach der 1% Regelung und erhöht sich um 0,03% des Listenpreises für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. In zwei Urteilen vom 4. April 2008 (VI R 68/05 und VI R 85/04) hat der BFH darauf hingewiesen, dass es für den Zuschlag von 0,03% auf den Umfang dieser Fahrten ankommt. Wird der Wagen zum Beispiel nur einmal wöchentlich für diese Fahrten verwendet, kommt es auf die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Fahrten an. Der geldwerte Vorteil ist in diesem Fall mit 0,002% des Listenpreises vorzunehmen. In einem weiteren Urteil vom 28. August 2008 (VI R 52/07) hat der BFH eine Günstigerprüfung aus Sicht des Arbeitnehmers vorgenommen. Danach hat der Arbeitnehmer bei bis zu 15 Fahrten im Monat den geldwerten Vorteil mit 0,002% des Listenpreises zu versteuern; bei mehr als 15 Fahrten im Monat wird der geldwerte Vorteil mit 0,03% des Listenpreis bewertet.

Mit Schreiben vom 23. Oktober 2008 (IV C 5 – S 2334/08/10010) hat das BMF einen Nichtanwendungserlass zu den Urteilen vom 4. April 2008 herausgegeben. Das Urteil vom 28. August 2008 wurde ebenfalls mit einem Nichtanwendungserlass belegt.

Werbeanzeigen

%d Bloggern gefällt das: